Die neue, dritte Generation des BMW 3ers mit der BMW internen Modellbezeichnung E36 wurde ende 1990 vorgestellt und unmittelbar in den Verkauf gebracht worden. Zunächst gab die dritte Generation des 3er nur als Limousine, dann als Coupe und Cabrio und schließlich auch als Touring.

Die gesamten 6 Zylindermotoren, welche in der Baureihe E36 von Beginn an verbaut wurden, waren Neuentwicklungen. Diese hatten zwei Nockenwellen und vier Ventile pro Zylinder. Die ersten Motoren (M50 genannt) waren zu Beginn noch ohne Einlas VANOS (VANOS = variable Nockenwellen Steuerung). Später wurden diese durch den M52 ersetzt, welcher über eine Einlass VANOS verfügte).

Bereits 1992 war der Nachfolger des ersten BMW M3 E30, der BMW M3 E36 auf den Markt gekommen.

Das Aussehen des Nachfolgers des ersten M3 wurde dezenter, man hat auf die Karosserieverbreiterungen, wie diese am Vorgänger Modell noch so markant waren, verzichtet und auch der Heckspoiler war nicht mehr, wie bei den geschlossenen Modellen des Vorgängers, bereits ab Werk verbaut.

Das neue Modell mit jetzt einem, bis zur Modellpflege im Jahr 1996, Dreiliter Reihen- Sechszylinder und 210 KW (286 PS) und 320 Nm Drehmoment mit der Motoerenbezeichnung S50B30, gab es damals ab 80.000 DM. Dieser Motor verfügte über eine Einlass VANOS (= variable Nockenwellen Steuerung), welches zusammen mit den nun hier verbauten Einzeldrosselklappen das Drehmoment im unterem und mittlerem Drehzahlbereich steigert. Dazu gab es auch erstmalig die von BMW selbst entwickelte Motorsteuerung, welche über eine Rechenleistung von 20 Millionen Befehle pro Sekunde verfügte. Allerdings gab es auch bei diesen frühen Modellen oft Probleme mit den Klopfsensoren, die ein ruckeln beim Beschleunigen von unten heraus, zwischen 1800 und 2500 U/min verursacht haben. Hierfür gab es später von BMW einen neuen Eprom Chip mit einer anderen Software, bei welcher die Klopfsensoren einfach nur im Mapping in diesem Drehzahlband deaktiviert wurden.

Im Gegensatz zu seinem Vorgänger war der BMW M3 E36 bereits von Anfang an nicht nur als Coupe sondern auch als Limousine und Cabrio erhältlich.

Im Frühjahr 1995 wurde auch ein Sondermodell, der E36 M3 GT in limitierter Stückzahl von 356 Exemplaren hergestellt. Gegenüber der Serie erhielt dieser einen Leistungszuwachs von 7 KW (10Ps und leistete daher 217KW (296 PS). Dies wurde in erster Linie durch 2 andere Nockenwellen erreicht. Auch die Anschlüsse der Unterdruckschläuche und verschiedene andere Anschlüsse sind am Ansaugkrümmer abweichend zum Serienmotor des E36 M3.

Zudem wurden die Türen nicht wie beim Serienmodell aus Blech, sondern aus Aluminium gefertigt um das Fahrzeug auch durch Gewichtsreduzierung für Wettbewerbseinsatz leichter zu gestalten. Zur Verbesserung der Aerodynamik erhielt der M3 GT E36 auch einen 2 Stufigen Heckspoiler, der zu Wettbewerbseinsätzen noch durch 2 Distanzstücke weiter erhöht und durch 2 aufklebbare sogenannte „Gruney Flaps“ erweitert werden konnte. Diese Distanzstücke und Flaps waren allerdings auf öffentlichen Straßen nicht zugelassen, worauf der Käufer auch durch BMW entsprechende hingewiesen wurde. Zudem gab es noch einen Frontsplitter unter der vorderen Stoßstange, der durch Bajonettverschlüsse bei bedarf weiter nach Vorne verstellt werden konnte, daher hatte das Fahrzeug auch im Fahrzeugbrief eine variable Fahrzeuglänge eingetragen.

Dieses Fahrzeug gab es, bis auf eine Ausnahme, nur in der Farbe British Racing Green mit der Innenausstattung in der Farbe Mexico Grün und Alcantara schwarz. Für den Britischen Markt wurden unter der Bezeichnung M3 GT Individual weitere 50 Fahrzeuge mit Rechtslenker in dieser Farbkombination hergestellt, sowie weitere 50 Fahrzeuge mit Rechtslenker mit der Bezeichnung EVO Individual, welche ausschließlich in der Farbe Imola Rot mit Rotem Leder und schwarzem Alcantara erhältlich waren. In diesen Fahrzeugen wurden damals bereits Komponenten der ebenfalls ab Mitte 1995 erhältlichen Modellpflege , auch Facelift genannt, verbaut, so dass diese Fahrzeuge Zwittermodelle waren.

Eine ausführliche Dokumentation und Bilder zum BMW E36 M3 GT findet Ihr auf unserer Internetseite in unter „Gallery“ und „Restauration“, da wir auch einen E36 M3 GT restauriert haben, oder direkt unter den nachfolgenden Links:

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Mitte 1995 kam dann auch die Modellpflege auch Facelift genannt des M3 E36 auf den Markt, nicht nur beim M3 sondern bei allen Fahrzeugen der Baureihe E36. Diese waren u.a. das Nierenblech und die BMW charakteristischen Nieren, die Seitenblinker wurden kleiner die vorderen und hinteren Blikleuchten waren weiß.

Ab dann erhielt der M3 nicht nur einen stärkeren Motor (236 KW statt 210 KW) mit nun 3,2 Liter Hubraum statt 3,0 Liter, sondern es war auch ab hier die Bestellung eines SMG (Sequentielles Mechanisches Getriebe), auch SMG 1 genannt, bei welchem die Gänge in einer Linie und elektromechanisch durch Bewegung des Schalthebels nach vorne oder hinten hoch und runter geschaltet wurden, erstmals möglich. Die Kupplung wurde dabei Elektrohydraulisch betätigt und dadurch hatten diese Fahrzeuge auch kein Kupplungspedal mehr. Damit war erstmals die Grenze von 100 PS pro Liter Hubraum überschritten.

Der M3 erhielt zudem eine Hubraumerweiterung um 200 ccm auf 3200 ccm und eine andere VANOS Einheit. Diese Motoren waren unter der Bezeichnung S50B32 auf den Markt gebracht worden.

Gleichzeitig wurde für den amerikanischen Markt noch der „E36 M3 Light Weight“ in einer limitierten Stückzahl von 126 Exemplaren gefertigt. Eine ausführliche Dokumentation findet Ihr hier auf unserer Internetseite in unserem Block, oder einfach hier unter dem nachfolgenden Link:

Weiterhin gab es auch noch einen Prototypen den BMW E36 Art Car, welcher von dem Künstler Sandro Chia bemalt wurde.

Dieses Fahrzeug hatte jedoch einen 4 Zylinder Motor mit 4 Ventilen pro Zylinder und 2494 ccm Hubraum und leitete 370 PS mit denen das Fahrzeug einen Top Speed von 300 km/h erreichte.

Vom M3 E36 wurden insgesamt 71.242 Fahrzeuge (einschließlich auch aller Sondermodelle) gebaut. Davon waren 46.693 Coupe Modelle, 12.114 Cabrios und 12.435 Limousinen.Darunter wurden mit dem 3 Litermotor 24.656 Coupes (davon rechts gelenkt 3.152), Cabrios 1975 (davon rechts gelenkt 572) und 1.835 Limousinen, (davon 552 rechts gelenkt) gebaut.

Mit dem 3,2 Liter Motor wurden 22.037 Coupe Modelle (davon 2107 rechts gelenkt), Cabrio 10.139 (davon rechts gelenkt 2.107) und 10.600 Limousinen (davon rechts gelenkt 694) gebaut. Alle Sonderserien wie der GT er Light weight und die Sondermodelle für das Vereinigte Königreich sind in den Zahlen mit inbegriffen.