Der BMW M3, den es in Deutschland nie gab

Das nur für den US Markt konzipierte und auf 125 Stück limitierte Sondermodell BMW E36 M3 Light weight

Großer Heckspoiler, M-Dekor und Carbon, dafür weniger Leistung! Der M3 Lightweight ist die seltenste Version der offiziellen Baureihe des M3 E36 und wurde nie bei uns angeboten!

Diesen BMW M3 gab es nur in den USA! Die Rede ist vom M3 Lightweight, der nie in Deutschland verkauft wurde. Zwischen August und Oktober 1995 wurden genau 126 Stück gebaut, was ihn zur seltensten Version der offiziellen Baureihe des M3 E36 macht. Der Lightweight hat allerdings einen Haken!

Europa hatte 1995 in der Baureihe E36 den M3 GT und die USA hatten den M3 Lightweight. Während es den 356 Mal gebauten M3 GT ausschließlich in der Farbe British Racing Green- bis auf eine Ausnahme- (Farbcode 312) gab, wurden alle M3 LTW in Alpinweiß Uni (Farbcode 146) ausgeliefert. Optisch ist das US-Sondermodell vor allem durch den mehrteiligen Heckflügel (hatte auch der GT) und das Zielflaggen-Dekor in den typischen M-Farben erkennbar. Doch das ist noch nicht alles! Wie der Name schon verrät, hat BMW beim Lightweight viel Wert auf Leichtbau und Gewichtsreduzierung gelegt – so bestehen die Türen, wie beim für den Europäischen Markt konzipierten M3 GT, ebenfalls aus Alu und auch die 17-Zoll-Schmiedefelgen (rundum 235/40 R17), der in Europa verkaufte E36 M3 GT hatte mischbereifung 235/45 17 und 255/40 17 auf 7 ½ und 8 ½ x 17 Schmiedefelgen und sparen ein paar Kilo ein.

Richtig extrem wird es im Innenraum: Klimaanlage und Schiebedach waren im Gegensatz zum Europäischen oder besser „Rest der Welt“ gefertigten M3 GT genauso wenig lieferbar wie ein Radio (Vorbereitung vorhanden) oder eine Alarmanlage. Außerdem hat BMW sogar den Teppich getauscht und weiteres Dämmmaterial eingespart. Am Ende lag das Gewicht des LTW bei 1338 Kilo, während der M3 GT mit 1460 Kilo über 100 Kilo mehr auf die Waage bringt. Dafür hat das europäische Sondermodell mauch deutlich mehr Power!

US-M3 mit eigenem Motor und weniger Leistung

Was die wenigsten wissen: Die US-Version des M3 E36 hatte einen anderen Motor als der in Europa angebotene M3. Zwischen 1992 und 1995 wurde der S50B30 genannte Reihensechszylinder mit 286 PS (im M3 GT 296 PS) verbaut. Ab Ende 1995 kam der auf 3,2-Liter aufgebohrte S50B32 mit 321 PS und 350 Nm (allerdings nicht im M3 GT) zum Einsatz. In den USA hingegen basierte der M3-Motor (S50B30US), später S50B32US (Modellpflege in den USA) auf dem auf drei Liter aufgebohrten M50B25 aus dem 325i. Das Ergebnis: Statt 286 PS leistet die US-Version gerade mal 243 PS – war also deutlich schwächer Ab Ende 1995 bekam auch der amerikanische M3 einen größeren Motor (S50B32US) spendiert. Aufgrund der strengeren Abgasvorschriften in den Vereinigten Staaten wurde allerdings auf typische M-Features wie Einzeldrosselklappe, Hochdruck-Vanos und Tassenstößel verzichtet. So blieb die Leistung – trotz größerem Motor – bei mageren 243 PS.

Trotz Leichtbau liegt der Topspeed des M3 Lightweight so bei gerade mal 234 km/h und das auch nur, weil beim Sondermodell die Vmax-Beschränkung von 220 km/h aufgehoben wurde. Dank kürzerer Übersetzung (3.23 statt 3.15) soll der Sprint auf 100 km/h dafür nur 5,3 Sekunden dauern. Bei diesem Sondermodell geht es allerdings nicht um die reinen Werte, sondern vielmehr um das Fahrerlebnis und da soll der LTW überzeugen, denn viele BMW-Enthusiasten halten das weiße Sondermodell für die beste Version des M3 E36.

Zu diese Enthusiasten zählte auch der bekannte Schauspieler Paul Walker.

Paul Walker hatte fünf BMW M3 Lightweight

Während BMW das Sondermodell vor 24 Jahren nur mühsam verkaufen konnte, ist der M3 Lightweight heute ein gesuchtes Sammlerstück, das in der Regel locker sechsstellige Preise erzielt. Zuletzt wurde einer der 126 M3 sogar für umgerechnet 136.000 Euro (150.000 US Dollar) versteigert. Auf der Barrett Jackson Auktion im amerikanischen Scottsdale Arizona wurden im Januar 2020 gleich fünf seltene M3 Lightweight versteigert, die alle denselben prominenten Vorbesitzer hatten: Schauspieler Paul Walker;

Paul Walkers M3 für 350.000€ versteigert

Sechs Jahre nach seinem Tod werden 21 Autos aus dem Nachlass des verunglückten Schauspielers versteigert. Darunter ein Filmauto und sieben BMW M3.

Sechs Jahre ist es schon wieder her, dass Schauspieler Paul Walker tödlich verunglückte. Der durch die Filmreihe „Fast and Furious“ bekannt gewordene Schauspieler starb in einem Gewerbegebiet im kalifornischen Santa Clarita als Beifahrer bei einem Unfall in einem Porsche Carrera GT. Walker war ein Autonarr und leidenschaftlicher Autosammler, der selbst Rennen fuhr und während seines viel zu kurzen Lebens eine beachtliche Autosammlung zusammentrug. Diese wurde im Januar versteigert: Barrett-Jackson Auctions bringt bei der traditionsreichen Veranstaltung in Scottsdale 21 Autos aus der Paul Walker-Kollektion zur Auktion.

Fast 100.000 Euro für 10 Jahre alten Nissan

Als erstes kam ein Filmauto bei der Auktion unter den Hammer; Der aus dem fünften Teil der Fast and Furios Reihe bekannte 2009er Nissan 370Z. Der Höchstbieter zahlte gleich zu Beginn der Auktion fas 100.000€ für das über zehn Jahre alte Coupe aus prominentem Vorbesitz. Der Wagen hatte gerade einmal 2.623 Meilen, das sind sind umgerechnet 4.221 km auf der Uhr. Auch Leistungsmäßig war der Nissan nur mit dem 3,7 Liter V6 Motor mit 337 PS und 5 Gang Schaltgetriebe nur Serienstandart.

Die Fahrzeugsammlung von Paul Walker war ziemlich BMW-lastig: Sieben M3 und ein Motorrad kommen im US-Bundesstaat Arizona unter den Hammer. Die M3 teilen sich in zwei E30er und fünf E36er auf. Letztere ausnahmslos in der nur in den USA und in weißer Lackierung samt dunkelblau-hellblau-rotem M-Zielflaggen Dekor erhältlichen Lightweight-Variante (LTW), von denen insgesamt nur 125 Exemplare gebaut wurden. Die M3 LTWs verfügen fast alle über den aggressiven Front- und großen Heckspoiler und wiegen mit einem Leergewicht von etwa 1.340 Kilogramm über 100 Kilogramm weniger als der Standard-M3. Allerdings haben sie auch weniger Leistung: Die US-Kunden mussten mit 243 PS Vorlieb nehmen, während der E36 M3 GT in Europa 296 PS leistete. Grund waren die strengen Abgasvorschriften in den USA, weshalb BMW seinerzeit extra eine US-Variante des S50B30-Reihensechsers entwickelte und an das manuelle Fünfgang-Getriebe koppelte.

Für einen der fünf Leichtbau-M3 bezahlte eine Bieter 385.000 US-Dollar. Das waren damals umgerechnet 346.500 Euro (beim heutigen Kurs 454.000€). Die anderen vier Lightweigt-M3 brachten zwischen 220.000 und 258.500 Dollar ein (198.000 bis 232.650 Euro beim damaligen kurs). Der günstigste davon verfügt allerdings nicht über die großen Front- und Heckflügel, kommt ohne die dreifarbigen M-Akzente daher und ist 34.440 Meilen (ca. 55.000 Kilometer) gelaufen. Der teuerste hat eine Laufleistung von 4600 Meilen, das entspricht 7360 Kilometern. Die beiden M3 E30 gingen für 220.000 und 165.000 US-Dollar weg. Die beiden weißen Zweitürer haben 7644 und 32.269 Meilen auf dem Tacho. Das sind 12.230 und 51.630 Kilometer. In den USA wurden insgesamt nur 5115 E30-M3 verkauft, die allerdings einige technische Unterschiede zu den „Rest der Welt“ E30 M3 aufwiesen; einer der markanntesten Unterschiede war das Schaltgetriebe. Während er „Rest der Welt“ das sog. Dog-leg Getriebe, wobei der 1. Gang hinten und das Schaltschema entsprechend anders ist) erhielt, traute BMW den Amerikaner die Nutzung dieses Getriebes eher nicht zu, weshalb BMW auf dieses Getriebe in den US Fahrzeugen lieber verzichtet.

Seine Rennleidenschaft lebte Paul Walker vor allem in Porsche-Modellen aus. 2013 hatte der Schauspieler aber anscheinend Lust auf ein neues Track Tool und kaufte einen Ford Mustang Boss 302S-Rennwagen. Leider verstarb Walker, bevor er das Coupé erstmals einsetzen konnte. Der Fünfliter-V8-Motor wurde von Ford Racing optimiert, und zwar unter anderem mit der hauseigenen PCS-Software und einer Fülle anderer offizieller Tuning-Komponenten. Die Kraftübertragung erfolgt über ein 6-Gang-Schaltgetriebe mit Exedy-Kupplung und Torsen T2R-Differenzial.